DAS PROJEKT STOLPERSTEINE


„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist" – zitiert der Künstler Gunter Demnig eine jüdische Lebensweisheit.

Mit 10 x 10 x10 cm großen Betonwürfeln, in die eine glänzende Messingplatte eingelassen ist, auf dem Gehweg vor den Häusern, in denen einst jene Menschen wohnten, die der nationalasozialistischen Gewaltherrschaft zum Opfer fielen, hält er die Erinnerung an sie weiter lebendig. In den meisten Städten sind es verschieden Opfergruppen, an die erinnert wird: Jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger, Sinti und Roma, Mitglieder von Gewerkschaften, und der politischen Parteien, an religiös Verfolgte, an Homosexuelle oder einfach nur mutige Menschen, die Widerstand leisteten.

Die Stolpersteine enthalten unter der Überschrift HIER WOHNTE knappe Hinweise auf den Namen, das Geburtsjahr, manchmal auch das Todesjahr und den –ort und sollen damit die Passanten gedanklich über ein menschliches Schicksal „stolpern" lassen.

Seit 1995 werden diese Steine als ein „Dezentrales Mahnmal Europas" von dem Künstler verlegt. 20 Jahre später – Ende 2015 - sind es bereits 56.000 Steine in 1099 Orten in 20 Europäischen Ländern.

Die Initiative geht meist von Privatpersonen aus, die Erlaubnis zur Verlegung im öffentlichen Pflaster müssen zunächst die Städte und Gemeinden erteilen. Die Steine werden über Patenschaften finanziert – Pate kann jede private Person werden, aber auch Vereine, Parteien, Stiftungen, Schulklassen etc. In den Kosten – von 120 Euro – sind das Einschlagen der Schrift, die Herstellung sowie das fachgerechte Verlegen vor Ort enthalten. Mit dem Verlegen gehen die Steine als Schenkung an die Städte und Gemeinden.